Reisen in verschiedene Zeitzonen đŸ˜€

Letzte Woche war ich in den USA. Reisen in andere Zeitzonen sind immer herausfordernd. Trotz Loop. Der Loop arbeitet nur gut mit einer sauber eingestellten Basalrate und passenden Faktoren. Diese sind aber – zumindest bei mir – sehr tageszeitabhĂ€ngig. Dadurch entsteht bei Reisen mit einer Zeitzonenverschiebung von mehr als zwei Stunden regelmĂ€ĂŸig Chaos. Zum GlĂŒck gehen meine Werte dabei meist nur nach oben und selten nach unten. Das ist vielleicht auch der Tatsache geschuldet, dass in den USA das Essen mehr Zucker enthĂ€lt und ich dadurch bei meinen SchĂ€tzungen ohnehin immer unter dem eigentlichen Kohlenhydratgehalt liege. Vielleicht ist es aber auch nur GlĂŒck im UnglĂŒck.

Meine Time in Range (TIR, 70-170) ist in den 8 Tagen USA von 85% auf 66% gerutscht. Eigentlich sehr traurig und ein Grund mehr diese CO2-intensiven Reisen einfach sein zu lassen.

Vor den USA:

Bild eines Nightscout Reports mit einer Time in Range von 86%.

WĂ€hrend dem USA-Aufenthalt:

Bild eines Nightscout Reports mit einer Time in Range von nur 65%.

Und die erste Woche wieder zu Hause:

Es gibt ein paar Tipps in der T1D Community, wie man am besten mit Timezone-Travelling umgeht. Ich konnte sie leider selbst nur sehr begrenzt anwenden, da ich unter anderem bei meinem letzten Trip einen RileyLink mit iOS Loop in Betrieb genommen habe und mein OpenAPS System zeitweise ersetzt habe. Dadurch kannte ich mich mit den Anpassungsmöglichkeiten noch nicht aus.

Tipp 1: Die Zeitzone auf der Pumpe/im System in 2h-Schritten anpassen.

Bei OpenAPS mache ich dafĂŒr folgendes: Ich logge mich auf dem Rig ein und passe die Zeitzone (nicht die Uhrzeit!) an. Jeden Tag 2h weiter Richtung Aufenthaltsort. Im iOS Loop habe ich dafĂŒr bisher keine Möglichkeit gefunden. Die Systemzeit ist immer gleich der Zeit auf dem iPhone. Falls jemand weiss, wie das geht, bitte in den Kommentaren hinterlassen. =) AndroidAPS hat dafĂŒr sogar eine Seite in der Dokumentation.

Tipp 2: Den Jetlag schnell ĂŒberwinden.

Das ist leichter gesagt als getan. Der Jetlag ist ein Zeichen dafĂŒr, dass der Körper den neuen Biorhythmus noch nicht akzeptieren kann. Mein Jetlag hielt dieses Mal die gesamten 7 Tage, die ich vor Ort war an. DafĂŒr hatte ich so gut wie keine Probleme bei der RĂŒckreise. Und damit waren auch meine Werte wieder ruckzuck im Normalbereich. Sport hilft bei mir wenig, lange durchhalten auch nicht. Was definitiv die fĂŒr mich beste Lösung ist, ist im Flugzeug zu schlafen. Und zwar so viel wie möglich.

Tipp 3: Viel trinken.

Das ist ĂŒbrigens meine Geheimwaffe gegen alles. Schlecht funktionierender Sensor mit ungenauen Werten: Viel trinken! Zu hohe Werte und keine Ahnung woran es liegt: Viel trinken! Kopfschmerzen: Viel trinken! Und schliesslich auch – Jetlag: Viel trinken. Und damit meine ich nicht Alkohol.

Tipp 4: Nicht zu konservativ schÀtzen.

Den Fehler mache ich immer. Vielleicht ist das gut so, damit ich nicht in den Unterzucker komme. Aber ich sollte mir manchmal mehr Mut zusprechen. Vorsichtig zu sein ist aber gerade in fremden Umgebungen auch immer ok.

Tipp 5: SEA an die fremde Esskultur anpassen.

Klingt komisch? In den USA wird meiner Erfahrung nach wesentlich mehr raffinierter Zucker verwendet und Lebensmitteln hinzugefĂŒgt als in Deutschland. Dementsprechend wirken die dortigen Speisen auf meinen Metabolismus wesentlich schneller, welcher natĂŒrlich umgehend mit hohen Werten reagiert. Ich werde das nĂ€chste Mal versuchen den Spritz-Ess-Abstand (SEA) etwas zu vergrĂ¶ĂŸern um so die postprandialen Spitzen zu vermeiden. Kombiniert mit Tipp 4 könnte das schon eine große Entlastung fĂŒr meinen Körper sein.

Habt ihr weitere Tipps? Immer her damit und ab in die Kommentare, bitte. Schwarmwissen hilft allen.

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